Wort davor: aufzwingen
Auge
sprachliche Erläuterung:
ags. eage; fries. ag[h]e; mnd. og[h]e; mhd. ouge.
vgl.
Ockengroschen.
Auge (A)
Erklärung:
als Glied des Körpers.
Auge (A I)
Erklärung:
als Konkretum (in straf- und zivilrechtlichem Kontext).
- Belegtext:
mit weniningin [weinenden] oigin [bei Notzucht]
Datierung: um 1230
Fundstelle: MühlhsnRb. 4, 1
- Belegtext:
daz kint geniset also lange wile daz ez div ougen vf getvot unde siht die vier wende dez huses
Datierung: 1275/87
Fundstelle: Schwsp.(L.)LR. Art. 324
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- Belegtext:
NN. frönt Hansen ... mit aller zugehörung ... nichcz ausgenomen und darzu daz pesser aug in seim chopf
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: VeröfflFerdin. 8 (1928) 518
Auge (A II)
Erklärung:
formelhaft in Anlehnung an die Bibel.
- Belegtext:
die hiemene hant, voet, oeghe of let afslaet, hij es sculdich een alsule te verliesene: dat es let jeghen let, oeghe jeghen hoeghe
Datierung: 1268
Fundstelle: CoutVieuxBGandEncl. 32
- Belegtext:
welt ir nu wizzen, waz diu lem ist: daz ist ein auge wider auge, ore wider ore, nase wider nase usw.
Datierung: 1276
Fundstelle: AugsbStR. Art. 49 § 2
Textarchiv: AugsbStR. Art. 49
- Belegtext:
[wenn der Täter zahlungsunfähig] der richter richt von ihm als das recht erteilt, also ein auge wider ein auge, eine hand wider ein hand
Datierung: 1305
Fundstelle: BlNÖLk. 1 (1865) 268
- Belegtext:
ein aug umb ein aug, ein hant umb ein hant
Datierung: 1397
Region/Autor/Textsorte:
Enns
Fundstelle: OÖUB. II 543
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Datierung: 1433
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VIII 667
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Datierung: 1530
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VII 612
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
zan um zan, aug um aug
Datierung: 16. Jh.
Fundstelle: EndingerJudensp. V. 1578
Auge (A III)
Erklärung:
unter Augen.
Auge (A III 1)
Erklärung:
persönlich.
Auge (A III 1 Spiegelstrich 1)
Erklärung:
in persönlicher Gegenwart.
- Belegtext:
under ogen und ze gegne der erber herre
Datierung: 1414
Fundstelle: BadenArgUrk. I 279
Auge (A III 2)
Erklärung:
mündlich.
Auge (A III 3)
Erklärung:
sofort.
- Belegtext:
so ain zerednuz geschehen ist ..., waz under augen nicht gerochen ist warden
Datierung: 1376
Fundstelle: PettauStR. 43
Auge (A III 4)
Erklärung:
ins Gesicht, offen, frei heraus.
Auge (A III 5)
Erklärung:
Front.
- Belegtext:
daz jederman vor[n] under ougen gen der strasse und hindenan under ougen und dü tächer an sinen nachgeburen wol mag machen
Datierung: 14. Jh.
Region/Autor/Textsorte:
Schaffhausen
Fundstelle: SchweizId. I 133
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- digitalisiert in der Onlineversion des Schweizerischen Idiotikons
- Belegtext:
ein unvererbt eigen einer behausung ... soll also ungeteilt bei einander bleiben, es were dann, das das eigen derselben behausung under augen gegen der straßen in soellicher weite
reichte, ... also das iedem 25 statschuch weit ... under augen daran gebueren ... moechte
Fundstelle: NürnbRef.(1479/84) 26, 9
Volltext (und Faksimile)
- in DRQEdit
Auge (A III 6)
Erklärung:
Verschiedenes.
Auge (A III 6 a)
Erklärung:
unter Augen sein zugegen sein.
- Belegtext:
von frid vpf nemen: ... vnnd wann ainer frid gitt, vnnd der annder nütt frid gen wil, so sol man den gehorsamen schirmen, vff dess ongehorsamenn schadenn, vnnd wann man frid an aim vordert zum dritten
mal, vnnd dann nütt frid gen wellte, der ist denn lanndtlütten verfallenn vnnd dem laider, vm zechenn schilling pfennig ... vnnd sol dann an aim radt ston, wie man inn darvm straf ouch welcher frid versaitt,
vber dz dritt, so er vnnder ougenn ist, den soll man zu der landlüt hand nemen welcher aber da vornenn vm liff ... vnnd man inn nütt ergriffenn möcht, so sol man denn gehorsamenn schirmenn
Fundstelle: AppenzLB. 1409 Art. 9
- Belegtext:
fugte sich ouch, das in den ... gerichten ... deheinr ... freffelty mit werken, vnnd ein amptman nit under ougen were
Datierung: 1468
Region/Autor/Textsorte:
Wettschwil
Fundstelle: GrW. I 40
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
der schuldner sy onder ougen oder nitt
Datierung: 1480
Fundstelle: LuzernStR. 40
- Datierung: 1525
Fundstelle: SchweizId. I 133
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- digitalisiert in der Onlineversion des Schweizerischen Idiotikons
- Belegtext:
verordnen vnd vergaben ... vor erbern lutten, die da vnder ougen [als Zeugen] syn sollen
Datierung: 16. Jh.
Region/Autor/Textsorte:
Zürich
Fundstelle: GrW. IV 318
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- Belegtext:
so soll ein vogt vnder ougenn syn
Fundstelle: GrW. I 145
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
Auge (A III 6 b)
Erklärung:
unter Augen gehen in offener Weise erledigen.
Auge (A III 6 c)
Erklärung:
unter Augen haben (als Zeugen) bei sich haben.
- Belegtext:
welcher meister das [Kirchengerät] kauffen will, der selb sall untter augen haben czwen mester aus der czech
Datierung: 1494
Fundstelle: SiebbWB. I 297
Auge (A III 6 d)
Erklärung:
unter Augen stellen bezeichnen.
- Belegtext:
soll auch den one alles vertziehen nennen oder under augen stellen, der die unwahrheit gesagt hat
Datierung: 1554
Fundstelle: Schrötter,ÖStaatsr. V 482
Auge (A III 6 e)
Erklärung:
unter die Augen schlagen ins Gesicht schlagen.
Auge (A IV)
Erklärung:
zu Gesicht und Augen persönlich.
Auge (A V)
Erklärung:
vor Augen.
Auge (A V 1)
Erklärung:
persönlich.
- Belegtext:
nach solcher oppinbarung hebbe wye uns ... nicht mit eygener gewalt in dat husz geghan und dy geschichte sichtliken vor ougen ... gefunden
Datierung: um 1470
Fundstelle: MagdebSchSpr.(Friese) 173
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- Belegtext:
na deme iuw her D. de laken vor ogen vorkoefft heuet
Datierung: 1491
Fundstelle: OberhLüb. 287
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- in Google Books
Auge (A V 2)
Erklärung:
vor Augen sein.
Auge (A V 2 a)
Erklärung:
anwesend sein.
- Belegtext:
wo aber dieselben wissen[t] noch vor augen wären, ... [solle] ain gemainer beruef oder ladung beschehen
Datierung: 1528
Fundstelle: ZeigerLRb. 400
Auge (A V 2 b)
Erklärung:
augenscheinlich sein.
- Belegtext:
wo der gefangen der ... missethat laugnet unnd doch der argkwon ... vor augen wer
Datierung: 1532
Fundstelle: CCC. 57
Auge (A V 3)
Erklärung:
vor Augen stehen vorhanden sein.
Auge (A V 4)
Erklärung:
vor Augen stellen gegenüber stellen.
Auge (A VI)
Erklärung:
in die Augen sehen sich bei jemandem einfinden.
Auge (A VII)
Erklärung:
jemandem der Augen gönnen Audienz gewähren.
Auge (A VIII)
Erklärung:
aus den Augen entfliegen aus dem Gesichtskreis verschwinden.
Auge (A IX)
Erklärung:
Formel für die Betonung der persönlichen Wahrnehmung.
- Belegtext:
swa hes hit eagum oferseah' and earum oferhyrde
Datierung: 1027/34
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 326
Auge (A X)
Erklärung:
bei dem Auge verkaufen nach dem Augenmaß.
Auge (A XI)
Erklärung:
auf das Auge drücken täuschen, betrügen.
Auge (A XII)
Erklärung:
bei schlafenden Augen zur Nachtzeit.
Auge (B)
Erklärung:
beim Strafvollzug.
Auge (B I)
Erklärung:
die Augen verbinden.
Auge (B I 1)
Erklärung:
bei Hinrichtungen.
Auge (B I 1 Spiegelstrich 1)
Erklärung:
umschrieben.
Auge (B I 2)
Erklärung:
bei Hexen als Schutz gegen den bösen Blick.
- Belegtext:
ire augen zubinden und den munt verstoppen und also zu gefengnusß bringen
Datierung: 1494
Fundstelle: Hansen,QHexen 593
Auge (B II)
Erklärung:
Blendung.
vgl.
ausbrechen (II 1).
- Belegtext:
dem roubâre den galgen, dem diebe an diu augen
Datierung: 1150
Fundstelle: Kchr. V. 15144
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- digitalisiert im Rahmen des Projekts dMGH
- Datierung: nach 1275
Fundstelle: ProsaKaiserchr. 188
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- Belegtext:
dy bodel staveld ok orveide dengenen ..., dy de ogen werden utgebroken
Datierung: 1395
Fundstelle: BerlinStB. 1
Faksimile der Quellenseite
- Belegtext:
sin augen den hencker lassen ussbrechen
Datierung: 1443
Fundstelle: Rau,BeitrFrkf. 136
- Belegtext:
[ein Falschspieler, dem die Todesstrafe droht, bittet] das man ime umb gots willen gnade tun oder sin augen ussstechen wulle
Datierung: 1447
Fundstelle: Rau,BeitrFrkf. 134
- Datierung: 1461
Fundstelle: Tucher,NürnbBaumeisterb. 119
Faksimile
- in Google Books
- Belegtext:
die awgen außstechen
Datierung: 1464
Fundstelle: QStBayreuth 79
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- Belegtext:
oge ûtsteken
Datierung: 1473
Fundstelle: Schiller-Lübben V 177
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- Datierung: 1489
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VIII 180
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Datierung: 1500
Fundstelle: SiegburgWQ. 46
- Datierung: 1515?
Fundstelle: BaselRQ. I 1 S. 248
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- Datierung: 1525
Fundstelle: ArchOFrk. 36 (1952) 117
- Belegtext:
es wäre ihren gn. herrn das rechte aug und die rechte hand verfallen, damit er nicht mehr schießen könne
Datierung: 1598
Fundstelle: Scharff,Dreieich 326
- Belegtext:
so ist er umb die augen
Datierung: 16. Jh.
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VII 11
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
wann ainer bei der nacht auf den vischwasser begriffen würdt, der ist die augen verfallen
Datierung: 1617
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VII 75
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Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Datierung: 18. Jh.
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VII 312
Faksimile
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Belegtext:
men salne bannen ii jaer unter casselrie van Brugghe up zine oghen
Fundstelle: AardenburgRbr. 108
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- Belegtext:
stumbeln bî den ougen, an den ougen stumben
Fundstelle: GrRA.4 II 295
Faksimile
- digitalisiert vom Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte
- Belegtext:
er wulle alss mer sterben dan das er der augen oder oren entberen solle
Fundstelle: Rau,BeitrFrkf. 4
- Belegtext:
1530 ist J.v.F. ... der augen entsetzt und damit durch ausstechung derselben gestraifft worden
Fundstelle: Rau,BeitrFrkf. 137
- Fundstelle: RegensbStat. 55
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- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Fundstelle: SächsWChr. 149
Faksimile
- digitalisiert im Rahmen des Projekts dMGH
Auge (C)
Erklärung:
für deliktische Augenverletzungen im Friesischen: agebreud Augenzucken.
Auge (D)
Erklärung:
Münzgewicht(?).
- Belegtext:
1000 aureos quorum 600 2 augen schwerer doch gemainer allerhand ggl. 200 ein aug schwerer, 200 gemaine gewichtige ggl.
Datierung: 1611
Fundstelle: SPantaleonUrb. 392
Wort danach: äugen
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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