Wort davor: Anwältung
Anwand, Anwende, Anwande
sprachliche Erläuterung:
mhd. anwan(d)t, Nebenformen anwende, anawanta, -wend; aneband, -wand, -want, -wende, -went, -winde; annewendt; ainwant; inwendt; ewindt; mnd. a(a)nwenn; ahnewendt, -wenne; an(n)ewende; annenwenn.
vgl.
Anert,
Angewann,
Ankehr,
Anwander,
Anweide (II),
Anwendensgerechtigkeit,
Dreifuß,
Landhag(en),
Zwerchanwand.
Anwand (I)
Erklärung:
ursprünglich das Stück des (eigenen oder anstoßenden) Ackers, auf dem der Pflug umwendet.
Anwand (II)
Erklärung:
Acker, auf dem die Angrenzer den Pflug wenden dürfen, der daher breiter ist, wie Anwander (I).
- Belegtext:
vif scepelzede landes, de lygent an den Asler wege, dat is eyn anewende
Datierung: 1368
Fundstelle: ClarenbergUB. 134
[weitere Angaben: uö.]
- Belegtext:
heft vorkoft ... twe breden ackers ... unde eyn anewende
Datierung: 1431
Fundstelle: HalberstUB. II 152
- Belegtext:
16 stucke und 1 anewenden
Datierung: 1460
Fundstelle: CTradWestf. IV 258
Anwand (III)
Erklärung:
Rain, der zwischen einzelnen Äckern oder an Straßen- oder Grabenrändern ungepflügt liegen bleibt, wenn das Übertreten auf fremde Grundstücke nicht gestattet ist. Wird stellenweise zur
Weide oder Grasnutzung gebraucht, deshalb in Norddeutschland auch Anweide (II).
Anwand (IV)
Erklärung:
gleichzeitig Feldweg.
Anwand (V)
Erklärung:
Ackergrenze.
Anwand (VI)
Erklärung:
Grenze überhaupt.
Anwand (VII)
Erklärung:
Gewann(teil).
- Belegtext:
indem die ackher in allen anwandten des banns ungleich ... seyndt, ja sogar in jeder besonderen anwann die untersteinten ackher einandter in der größe nicht gleichen
Datierung: 1722
Region/Autor/Textsorte:
Batzendorf
K. Eiffler, Das Vermessungswesen der Markgemeinden (Strassburg 1895) 75
Anwand (VII Spiegelstrich 1)
Erklärung:
"Die Gewann ... nach der Dichte des Bestandes der Stöcke in Jöhner oder Anwandte d. h. Streifen eingeteilt".
Anwand (VIII)
Erklärung:
Landmaß.
- Belegtext:
H.K. hat ze lehen ain haus vnd hofstat vnd ain anwant
Datierung: 1397
Fundstelle: ZFerd.3 26 (1882) 161
- Belegtext:
eyne anewende landes
Datierung: 1421
Region/Autor/Textsorte:
Oldenburg
Fundstelle: Schiller-Lübben I 118
Faksimile
Anwand (IX)
Erklärung:
schon frühzeitig als Flurname.
- Belegtext:
[agrum] qui vocatur anewinde
Datierung: 1234
Fundstelle: Beyer,UB. III 514
Anwand (IX Spiegelstrich 1)
Erklärung:
Einordnung der Belege zum Teil unsicher.
Wort danach: Anwändel
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
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