Wort davor: 2achten
ächten
sprachliche Erläuterung:
ahd. âhten; as. êhtan, ahtôn, ahtian; ags. êhtan, êhtian, ôhtan; mhd. âhten, æhten, echten, Nebenformen eichten, achen; schwäb. auchten; schweiz. äch(t)en, ähen (Zwingli).
vgl.
bannen,
beschreiben,
jagen,
verbriefen,
verfemen,
verfesten,
verichsilen,
verkündigen,
verlandfrieden,
vermeinsamen,
verrufen,
verteilen,
verurteilen,
verwâzen,
verzählen.
Wortbildungshinweis: zu
1Acht.
ächten (I)
Erklärung:
verfolgen, (ver)treiben, nachstellen, töten.
sprachliche Erläuterung:
mit Genitiv oder Akkusativ.
ächten (I Spiegelstrich 1)
Erklärung:
ahd. als Glosse für sequi, in-, ex-, per-, prosequi, insectari.
ächten (II)
Erklärung:
dem Wild nachstellen, jagen.
ächten (II Spiegelstrich 1)
ächten (III)
Erklärung:
mündlich verfolgen, verhöhnen, schmähen.
ächten (IV)
Erklärung:
schädigen, vernichten.
ächten (V)
Erklärung:
in die Acht tun, der allgemeinen Verfolgung von rechtswegen preisgeben, bannen, verfesten.
- Belegtext:
umb kein clage sol man den man aehten wan daz im an den lip oder an die hant gat
Datierung: 1275/87
Fundstelle: Schwsp.(R.)LR. Art. 90
- Belegtext:
Der Markgraf hat auch in dise stat niht ze rihten noh ze gebietenne noh ze aehtenne
Datierung: 1276
Fundstelle: AugsbStR. Art. 4
Textarchiv: AugsbStR. Art. 4
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Datierung: 1300
Fundstelle: Hugo v.Trimberg V. 21417
- Belegtext:
und sol ... der landrichter achten selber und aus der achte lassen
Datierung: 1320
Region/Autor/Textsorte:
BairRQ. 3
Fundstelle: Rockinger,Dm. 91
Faksimile
- Datierung: 1325
Fundstelle: MGConst. VI 1 S. 74
Faksimile
- digitalisiert im Rahmen des Projekts dMGH
- Belegtext:
schol in der richter echten lazzen und bescreiben [lat. Vorlage von 1235: iudex eum proscriptum denunciet]
Datierung: um 1330
Fundstelle: BrünnRQ. 343
Faksimile
- Belegtext:
wir sullen in auch zu vier malen oder zu drien ungeverlich in dem jare ehtten uf dem lantgerihte da selbes
Datierung: 1346
Fundstelle: HohenloheUB. II 614
- Datierung: 1348
Fundstelle: BrandenbUrkS. II 227
- Belegtext:
man schol in echten uf di hant [Lesart: vorfesten und echten uf die rechte hant]
Datierung: nach 1358
Fundstelle: Rb.n.Dist. IV 4 Dist. 6
Faksimile
- digitalisiert vom Münchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
- Datierung: 1385
Fundstelle: SchaffhStB. 204
- Belegtext:
so soll man ihn [den Flüchtigen] in unsern lande ächten und jagen mit ganzer folge als einen beschädiger der lande
Datierung: 1397
Region/Autor/Textsorte:
Schlesien
Fundstelle: Brinckmeier I 40
Faksimile
- Belegtext:
die ... burger ... und ir hindersessen furtreiben, fordern, ansprechen, beclagen, bekummern urteilen oder echten
Datierung: 1397
Fundstelle: SchlettstStR. 90
Faksimile
- Belegtext:
ap man en eichten sulle
Datierung: 14. Jh.
Region/Autor/Textsorte:
Magdeburg
Fundstelle: Gaupp,SchlesLR. 270
Faksimile
- digitalisiert vom Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte
- Datierung: 1412
Fundstelle: MittDBöhm. 45 (1907) 43
- Belegtext:
kain frowenw aechtetman
Datierung: um 1430
Fundstelle: RottweilHGO.(Irtenkauf) X 7
- Belegtext:
vnd wenn der hofrichter vffstat vnd nit me richten wil, so hat er sinen stab in der hand vnd aechtet stend
Datierung: um 1430
Fundstelle: RottweilHGO.(Irtenkauf) XII 2
- Datierung: 1450
Fundstelle: AppenzUB. II 2 S. 212
- Belegtext:
dy mordir ... vorfest und geecht
Datierung: 1451
Fundstelle: SPPolsk. XII 63
- Belegtext:
der babs wolt sy haben getan / in den uertampten sweren pan / vnser herr kaiser tecz und echt
Datierung: 1465
Fundstelle: Beheim,Wiener 265, 29
- Belegtext:
achen proscribere
Datierung: 15. Jh.
Fundstelle: Diefenb.-Wülcker 28
Faksimile
- Datierung: 1514
Fundstelle: HallTPassSp. 642
- Belegtext:
es warn ... zwen römisch künig; warn wider einander, pannten, achten einander
Datierung: 1533
Fundstelle: Turmair,BayrChr. II 533
- Belegtext:
geächt und gebannet
Datierung: 1. Hälfte 16. Jh.
Fundstelle: BreslStR. 81
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Datierung: 1570
Fundstelle: Wigand,Denkw. 98
Faksimile
- Belegtext:
so er [der Dingflüchtige] geächt ist und in meiner herren unhulde
Datierung: 16. Jh.
Fundstelle: BreslStR. 80
Informationen zur Quelle vom Heidelberger Hypertextserver (HDHS)
- Datierung: 1689
Fundstelle: Valvasor,Krain III 1 S. 227
Faksimile
- digitalisiert von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
- Belegtext:
ir sollet wissen eyne stat echte nicht vorder, wen also verre, also der stat gerichte ghet
Fundstelle: GlWeichb. 419
- Fundstelle: AndreasRegensb., BairChron. 637
- Fundstelle: BambHGO. Art. 230
Volltext (und Faksimile), Ausgabe von 1507
- in DRQEdit
- Fundstelle: FürstenbUB. II 337
- Region/Autor/Textsorte:
Schwäbisch Hall
Fundstelle: Lünig,RA. XIII 906
Faksimile
- digitalisiert im Rahmen des "Digitales Dokumentenarchivs" der Universitätsbibliothek Augsburg
- Fundstelle: MSB. 1872 S. 159
Wort danach: achtene
Dieser Wortartikel stammt aus dem Deutschen Rechtswörterbuch
- online verfügbar mit vielfältigen Recherchemöglichkeiten