Mühleisen
Wortklasse: Neutrum
Mühleisen (I)
Erklärung:
eiserne Halterung im Mühlenstein (I) als zentraler Bestandteil des Mahlwerks; ihre Entfernung führt zur Blockade der Mühle, weshalb der Diebstahl des
M. mit der dreifachen Buße belegt wird; nur der Mühlenherr (I) darf es bei Leistungsverzug des Müllers oder Verstoß gegen die Mühlenordnung als Pfand
einbehalten; vermutlich war das M. obrigkeitlich gekennzeichnet, um Mißbrauch zu verhindern.
Sachhinweis:
LexMA. VI 886.
- Belegtext:
die müli-ysen sun [sollen] ouch guot syn und fertig der müli
Datierung: 1301
Fundstelle: SchweizId. I 542
- Belegtext:
siquis vero molendinariorum ad reparandum aggerem predictum se subtraxerit ..., idem pignoribus conpellatur, ita quod per bodellum illustris domini lantgravii Thuringie ferro suo quod dicitur muolysen
privetur ad peticionem molendenarii in W. sepefati
Datierung: 1320
Fundstelle: DOrdHessenUB. II 294
- Belegtext:
hab er [Propst] das recht und fryheyt ... umb zinsz zehenden oder zuospruech und rechtung der mu'ller und schliffer reder zuo stellende, ir mu'ly ysen usz ze nemend
Datierung: 1425
Fundstelle: BaselUB. VI 199
- Belegtext:
ob aber der mulhern oder mulner ainer solch pfantnuss verwurckt ... so sollen die vier geschwornen mit unsers anwalds ... poten in den mulhoff geen und die pfert daraus nemen oder das muleisen
aus der mul und sollen damit handeln als pfands recht ist
Datierung: 1430
Region/Autor/Textsorte:
Niederösterreich
Fundstelle: ÖW. VII 689
- Belegtext:
item so gibt mann vom mihleisen zue euechen, zween schilling hlr.
Datierung: 1. Hälfte 16. Jh. (Hs. Ende 17. Jh.)
Fundstelle: Reyscher,Stat. 412
- Belegtext:
die von ... haben die gerechtigkeit, die mühlen zu rechtfertigen mit ihrem geschwornen m[üleisen]
Datierung: 18. Jh.
Fundstelle: SchwäbWB. IV 1790
Mühleisen (II)
Erklärung:
Bezeichnung für die Darstellung eines Mühleisens (I) als pars pro toto für das Wappen der Reichsstadt Mühlhausen/Thüringen.
- Belegtext:
promiserunt ... quod in denariis suis aquilam imperialem, coronam regiam seu signum ferri molaris quod molhisen dicitur in vulgari inantea tempore cudere non permittent
Datierung: 1290
Fundstelle: MühlhsnUB. 150
- Belegtext:
ouch ensal nymand wege mit keime gewichte, iz en sij geczeichint mit deme mulysin [lat.: nec aliquis cum pondere nisi signato ferro molari ponderabit]
Datierung: Mitte 14. Jh.
Fundstelle: MühlhsnRatsges. 39