A. Sammelband

Der „Ungläubige“ in der Rechts- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhundertshttp://www.winter-verlag.de/de/assets/covers/200/catalog_6244.jpg

Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im Oktober 2015 erschien der Sammelband "Der „Ungläubige“ in der Rechts- und Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts", hrsg. von Ulrich Kronauer und Andreas Deutsch im Auftrag der Heidelberger Akademie der Wissenschaften - der neueste Band in der Schriftenreihe des Deutschen Rechtswörterbuchs beim Universitätsverlag Winter (Heidelberg). Das knapp 500-seitige Werk (mit Abbildungen und Registern) sucht nach den Wurzeln der modernen Toleranzdebatte in den gerade im 18. Jahrhundert zwischen Konservativen und Aufklärern oft erbittert geführten Auseinandersetzungen um Andersgläubige.

Aus der Verlagsankündigung:

Die Frage nach „Glaube“ und „Unglaube“ hat bis heute Brisanz. Während andernorts Menschen für ihren Glauben morden, muss in Europa die Toleranzdiskussion seit der Aufklärung stetig aufs Neue geführt werden. Der interdisziplinär ausgerichtete Band lenkt den Blick auf das 18. Jahrhundert, in dem traditionelle und modernisierende Kräfte zum Teil erbittert um Glaubenswahrheiten und Toleranzräume rangen. Wesentliche Positionen der Debatte wirken bis in unsere Tage nach. Nicht nur Atheisten, sondern auch Andersgläubige, etwa Muslime, Angehörige von Naturreligionen oder Sekten, galten für viele Christen des 18. Jahrhunderts als „ungläubig“ – und sollten entweder bekehrt und missioniert oder aber verfolgt und bestraft werden. Befürworter eines toleranten Umgangs setzten sich dem Verdacht aus, selbst ungläubig zu sein. Die Rolle des „Ungläubigen“ markiert somit einen spannenden Ausschnitt der komplexen Beziehung zwischen Aufklärung, Theologie und Recht (nicht nur) im 18. Jahrhundert. Der Band versucht eine exemplarische Annäherung mit historischen, rechtshistorischen, philosophischen, literaturwissenschaftlichen und theologischen Beiträgen.

Mehr Infos zum Band erhalten Sie hier als pdf.

Mehr zur Schriftenreihe des Deutschen Rechtswörterbuchs finden Sie direkt beim Verlag.


B. Neuer Artikel übers Deutsche Rechtswörterbuch

Vom Schöpfen und vom Schöffen: Ein Rundgang durch die Forschungsstelle des Deutschen Rechtswörterbuchs in Heidelberg

von Kaspar Renner, abrufbar ab Juli 2015 unter: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=20738


C. Sammelband

Historische Rechtssprache des Deutschen


In der Schriftenreihe des Deutschen Rechtswörterbuchs ist im Dezember 2013 der Sammelband "Historische Rechtssprache des Deutschen", hrsg. von Andreas Deutsch im Auftrag der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, im Universitätsverlag Winter (Heidelberg) erschienen. Das knapp 500-seitige Werk mit zahlreichen Abbildungen beginnt mit einem Geleitwort des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Paul Kirchhof über die Rolle von Sprache im Recht (vgl. den Vortrag unter "Stimmen zum DRW").

Aus der Verlagsankündigung:

Manche halten die Rechtssprache für eine der ältesten Fachsprachen überhaupt, andere bestreiten, dass es eine Fachsprache des Rechts gibt. Dieser Band möchte die Geschichte der Rechtssprache des Deutschen in ihren vielen Facetten von den Anfängen bis in neuere Zeit beleuchten und hierbei einige Besonderheiten der Rechtssprache herausarbeiten, etwa die Möglichkeit der Sprachregulierung durch den Gesetzgeber. Neben einen historischen Abriss zur Entwicklung der deutschen Rechtssprache und grundlegende, handbuchartige Beiträge zum Charakter der Rechtssprache treten vertiefende Studien, etwa zum Bedeutungswandel von Rechtswörtern, zum Verhältnis von Bild und Sprache, zur Metapher im Recht, zu Reformversuchen der Rechts- und Verwaltungssprache, zum Problem der Allgemeinverständlichkeit von Gesetzen, zum Einfluss anderer Fachsprachen auf die Rechtssprache und zum Rechtswortschatz in der Literatur.

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D. Beendete Tagungen


Fachtagung des Arbeitskreises „Geschichte und Zukunft des Urheberrechts“ in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle „Deutsches Rechtswörterbuch“

Geschichte und Zukunft des Urheberrechts

Vom 4. September bis 6. September 2015

Tagungsleitung: Prof. Dr. Manfred Rehbinder

In einer – auch durch das Internet – globalisierten Welt werden die Grenzen des Urheberrechts Tag für Tag neu ausgelotet. Der oft harte Interessenwiderstreit zwischen Urhebern, Verlagen und Konsumenten ist indes nicht neu: Bereits nach Erfindung des Buchdrucks vor über 500 Jahren gab es Auseinandersetzungen um das später sogenannte „Geistige Eigentum“. Das rechtliche Instrumentarium zur Lösung derartiger Streitigkeiten änderte sich aber im Laufe der Zeit. Von einem „Urheberrechtsstreit am Reichskammergericht im Jahre 1533“ über „Das Engagement von Charles Dickens und Mark Twain als Lobbyisten um das Internationale Urheberrecht“ bis hin zum „Rundfunkurteil des Reichsgerichts vom 12. Mai 1926“ beleuchtet die Tagung in 17 Referaten unterschiedlichste Facetten der wechselvollen Geschichte des Urheberrechts und wirft auch einen Blick auf die zukünftige Rechtsentwicklung.

Mehr Info: Tagungsprogramm mit Übersicht der Vorträge (pdf).


Tagung der Forschungsstelle „Deutsches Rechtswörterbuch" (DRW):

„Das Tier in der Rechtsgeschichte“

Sind Tiere unsere Mitgeschöpfe oder doch nur Sachen im Sinne des Gesetzes (vgl. im geltenden Recht den schillernden § 90a BGB)? Gab es im Mittelalter Tierschutz? Und seit wann wurde Tierquälerei bestraft?  Rund hundert Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und interessierte Gäste aus sechs europäischen Staaten und sieben unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen beschäftigten sich vom 2. bis 4. April 2014 im Gebäude der Heidelberger Akademie der Wissenschaften mit der Geschichte des Tieres im Recht.

Tagungsbericht bei HSozKult ist hier abrufbar.

Aus der Ankündigung der Veranstaltung

Tiere spielten im Alltag der Menschen vergangener Jahrhunderte eine weit größere Rolle als heute. Nutztiere waren ständige Begleiter und Stütze, Wildtiere permanente Bedrohung. Kein Wunder also, dass sich auch das Recht stets intensiv mit den Tieren befasste. Von den frühmittelalterlichen Stammesrechten über den berühmten „Sachsenspiegel“ (um 1230) bis hin zum Preußischen Landrecht (1794): Fast alle bedeutenden Rechtstexte enthalten zahlreiche Regelungen über Tiere. Vor Gericht wurden Tiere mal wie Menschen behandelt – und wegen begangener Straftaten zum Tode verurteilt. Mal wurden sie als bloßes Eigentum angesehen, mit dem der Halter nach Belieben verfahren durfte – aber auch für Schäden Dritter haften musste. Seltener wurden Tiere als Mitgeschöpfe anerkannt, die Schutz vor Gewalt und Missbrauch verdienten. Von den Pferden im Straßenverkehr bis hin zum „Asyl“ für Almkühe, die vom Schnee überrascht wurden, von am Galgen gehenkten Hunden bis hin zum Löwen als Wappentier: Die interdisziplinäre Tagung will die bislang wenig beleuchtete Rolle der Tiere in der Rechtsgeschichte in ihrer Buntheit und Vielfalt beleuchten. Ein besonderes Augenmerk soll hierbei auf dem im Recht abgebildeten Verhältnis von Mensch und Tier liegen.

Mehr Info: Tagungsprogramm zum Download (pdf).