
|

Das Fach Mittellatein
beschäftigt sich mit lateinischer Schrift, Sprache und Literatur
sowie mit der Überlieferung und Wirkung klassischer Literatur in
Mittelalter und Neuzeit.
Mittellatein war
die Sprache, die in Literatur, Verwaltung, internationaler
Kommunikation und Wissenschaft europaweit zwischen 500 und 1500
vorherrschte. In manchen Teilen Europas blieb diese Vormachtsstellung
noch bis ins 18. Jahrhundert ungebrochen. Gerade in den
Naturwissenschaften war Latein noch länger die Sprache, in der
neueste Erkenntnisse veröffentlicht wurden (z.B. Newton); Mittellatein ist somit ein
Fundament für alle historischen Fächer, inklusive der
Literaturgeschichte und der Wissenschaftsgeschichte.
Neben den sprachwissenschaftlichen und literaturwissenschaftlichen
Lehrveranstaltungen, an denen nicht nur Mittellateiner, sondern auch
Studenten anderer Fächer teilnehmen, ist auch die Paläographie für viele
Fachrichtungen interessant – sie ist die Paradedisziplin der Mittellateiner,
in der das Lesen und Analysieren mittelalterlicher Handschriften
gelehrt wird. Bei der Vielzahl von unerschlossenen Zeugnissen ist dies
eine unverzichtbare Kompetenz, an der Bedarf herrscht — oder anders
gesagt: Es gibt keine arbeitslosen Mittellateiner.
Das Heidelberger
Seminar für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit
war das zweitälteste Seminar dieser jungen
Universitätsdisziplin in Deutschland. Es war das größte
mittellateinische Seminar der deutschen Universitätslandschaft und
verfügt in seiner jetzigen Form noch über eine Fachbiliothek,
die in Europa ihresgleichen sucht.
|
Letzte Änderung:
11.IV.2011
|