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Ruprecht-Karls-Universität HeidelbergLaboratorium für Geochronologie
Im Neuenheimer Feld 234 |
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Gesteinsaufbereitung und Mineraltrennung
Labore zur Gesteinsaufbereitung und Mineraltrennung
Jede isotopenchronometrische Datierung umfaßt mehrere Schritte. Sie reichen von der gezielten Probenahme im Gelände, der petrographischen Bearbeitung der Gesteinsproben, der Aufbereitung im Labor und führen über chemisch-physikalische Analysen zur mathematischen Berechnung und geologischen Deutung eines isotopischen Alters. Je nach Aufgabenstellung und Beschaffenheit des zu analysierenden Materials werden isotopische Altersbestimmungen entweder an Gesamtgesteinsproben (z.B. Rb-Sr (Granit), K-Ar (feinkörniger Basalt) meist aber an Mineralseparaten z.B. U-Pb (Zirkon), U-Th-He (Hämatit), 40Ar/39Ar (Hornblende) durchgeführt.
Da Gesteine mehr oder weniger komplex zusammen gesetzte Mineralaggregate
sind, müssen die inter essierenden Minerale aus ihrem Verband isoliert
werden. Dies geschieht unter Einsatz verschiedener
Methoden, die auf der Ausnützung
mineralspezifischer, physikalischer und/oder chemischer Eigenschatten beruhen.
Ziel einer jeden Aufbereitung ist die Gewinnung möglichst reiner Fraktionen
einzelner Gesteins gemengeteile. Dabei kann zugunsten der Reinheit auf eine
Vollständigkeit der Trennung verzichtet werden. Das jeweilige Endkonzentrat
darf nur aus einer einzigen Mineralart bestehen und jedes Korn ist
möglichst verwachsungsfrei, einschlußfrei bzw. frisch. Da die
Güte einer Altersbestimmung mit der Qualität des
Meßpräparats steht und fällt, werden Reinheitsgrade von >99
% angestrebt. Die Menge der jeweils herzustellenden Endanreicherung variiert
von Fall zu Fall von einzelnen Körnern bis zu mehreren 100 mg. Sie wird
maßgeblich durch das Alter der Probe, den Gehalt am radioaktiven
Mutternuklid, die angewandte Datierungsmethode und die Aufgabenstellung bestimmt.
Im Zuge der Aufbereitung verändert sich das
Aussehen einer Probe diskontinuierlich. Deshalb ist eine mikroskopische
Betrachtung und Kontrolle während des gesamten Verlaufs der Vor- und
Aufbereitung erforderlich. Aus Gründen der Überprüf- und
Reproduzierbarkeit werden die einzelnen Arbeitsschritte und die anfallenden
Beobachtungen detailliert protokolliert. Die wichtigsten Veränderungen
der Probe sind u.a. Änderungen der Korngröße und Kornform,
Aufhebungen von Verwachsungen, Anreicherungen in bestimm ten Fraktionen (Farbe,
Dichte, Form etc.) sowie Beseitigungen störender Verunreinigungen,
Überzüge bzw. Feinstanteile. Der Zeitaufwand einer Aufbereitung
wird umso größer und der Trenneffekt umso geringer je zahlreicher
und kleiner je ähnlicher sich strukturell und chemisch-physikalisch
je fester aneinander haltend und inniger miteinander verwachsen je spröder
und je besser spaltend je stärker durch Überzüge verunreinigt
die zu trennenden Minerale sind. Proben, in denen mehrere derartiger Faktoren
kombiniert sind, können unter Umständen überhaupt nicht
aufbereitet werden. Da grundsätzlich keine aufzubereitende Probe einer
anderen völlig gleich ist, gibt es auch kein universell anwendbares
Aufbereitungsschema. Das Vorgehen hat sich im Einzelfall jeweils nach dem
angestrebten Ziel, der Beschaffenheit der Paragenese und den speziellen
Eigenschatten der zu isolierenden Minerale zu richten.
Auf dem
Flußdiagramm
sind exemplarisch die Arbeitsschritte zur Herstellung von Mineral- (z.B.
Biotit-, Hornblende-, Zirkon-) Präparaten aus einem Grundgebirgsgestein
(z.B. Gneis) dargestellt. Jede Aufbereitung zerfällt grob in drei
Teilschritte:
Am LfG erfolgt Arbeitsschritt 1 in einem Gesteinsaufbereitungslabor, die
Schritte 2 und 3 in zwei Mineraltrennlaboren.
| Inhalt: Dr. M. Goll | HTML-Seiten: W. Schwarz |